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Upcoming Architects Facing New Conditions

Interview mit Johanna Meyer-Grohbrügge 
Johanna Meyer-Grohbrügge

Über Johanna Meyer-Grohbrügge

Johanna Meyer-Grohbrügge ist Architektin und Hochschullehrerin in Berlin. Nach Ihrem Diplom an der ETH Zürich arbeitete sie 5 Jahre bei SANAA in Tokyo. 2010 gründete sie mit Sam Chermayeff das Büro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff und 2015 das Büro Meyer-Grohbrügge. Sie unterrichtete unter anderem an der Columbia GSAAP, der Northeastern University Boston-Berlin, der FH Münster und leitete das Berlin Programm der Washington University St. Louis. Im Herbst 2021 hat sie den Lehrstuhl Raumgestaltung an der TU Darmstadt übernommen.







1. Der Titel unserer Interviewreihe heißt „Upcoming Architects Facing New Conditions”.
Glauben Sie, dass Sie im Vergleich zu Ihrer Vorgängergeneration anders denken und bauen? 

 

Das kann man nicht allgemein benennen, weil vieles sich im Laufe eines Architektenlebens verändert und sich so auch die Haltung der Architekt*innen ändert. Außerdem bemerke ich oft, dass ältere Kolleg*innen gegen Ende ihrer Karriere nochmal einen Dreher machen. Wirklich gute Architekt*innen haben eh die Flexibilität, sich mehrfach zu wandeln. Was aber nicht mehr so wie früher ist, dass jede Architekt*in einen eigenen Stil und Ausdruck finden muss. Das war total wichtig – heute ist es das überhaupt nicht mehr. Es geht viel stärker darum, eine fundierte Berechtigung der Baumaßnahmen zu finden. Ich habe das Gefühl, früher hat es gereicht, wenn man eine gute Idee für ein Gebäude hatte und es dann schön dastand. Heute muss man mehr beachten und begründen. Man wird viel mehr daran gemessen, ob das Gebäude mit all seinen Eigenschaften und Funktionen in der Gesamtheit sinnvoll ist. Was Kollaborationen angeht, ist die gemeinsame Arbeit mit unterschiedlichen Architekt*innen leichter geworden. Ich glaube, durch die sozialen Netzwerke ist es inzwischen viel einfacher geworden die richtigen Arbeitspartner*innen für Projekte zu finden, denn man weiß einfach ganz genau, was die anderen gerade machen. Man kann sich außerdem so viel gezielter mit Leuten austauschen, die an ähnlichen Themen arbeiten.





„Aus meiner Sicht, gibt es dementsprechend nur zwei mögliche Wege zu bauen: Entweder man schafft Bauwerke, die hochwertig sind und wirklich lange halten oder man baut so, dass das Material relativ schnell und unkompliziert wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann und kalkuliert damit von vornherein eine gewisse Flexibilität in der Bebauungsplanung mit ein.“



2. Was täte unserer Baukultur gut, von der modernen japanischen Architektur zu übernehmen?

Das intensive Suchen nach der besten Lösung. Bei uns werden bestimmte Ideen schnell verworfen, weil man überzeugt ist, dass sie nicht möglich sind. Viele Dinge sind bei uns ja der Art normiert und standardisiert, dass es wirklich schwer ist, diese aufzubrechen. Viele Standards fußen auf Kriterien, die heute einfach nicht mehr so relevant sind. Flexibilität wird uns durch unseren schweren Bürokratie-Apparat damit oftmals genommen.

Die drei Themen, die wir derzeit grundsätzlich angehen müssen, sind: das nachhaltige Erreichen unserer Klimaziele, das Beheben sozialer Ungerechtigkeiten und das Voranbringen der Digitalisierung.

Finden Sie hier das gesamte Interview zum Nachlesen:

Spannende Referenzprojekte:




Name des Projektes: Bernauer Straße 36

Ort: Berlin

Bautypologie: Wohnhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

 

 

 

Rendering: Meyer-Grohbrügge

 

Name des Projektes: Julia Stoschek Collection/JSC Berlin

Ort: Berlin

Bautypologie: Private Kunstsammlung

Neubau oder Revitalisierung: Revitalisierung

 


Foto: Jan Bitter



Name des Projektes: Baugruppe Kurfürstenstraße 142

Ort: Berlin

Bautypologie: Wohnhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

 


Rendering: Meyer-Grohbrügge & Chermayeff