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Upcoming Architects Facing New Conditions

Interview mit KO/OK Architektur, Leipzig/Stuttgart
Fabian Onneken & Jan Keinath

Über Fabian Onneken und Jan Keinath

Fabian Onneken (M. Sc.) und Jan Keinath (M. Sc.) sind freie Architekten, deren Berufung in den Bund Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) 2020 erfolgte. KO/OK Architektur gründeten sie 2016 an den Standorten Leipzig und Stuttgart. Gemeinsam mit ihrem Team planen und realisieren sie Projekte aus den Bereichen Architektur, Interieur und Möbel für private und öffentliche Auftraggeber. Mit einem besonderen Fokus auf Materialisierung und Handwerk gestalten sie, in einem gemeinsamen Prozess mit ihren Bauherren, lebendige und charaktervolle Neubau‑, Umbau- und Sanierungsprojekte unterschiedlicher Maßstäbe.

Vor der Gründung von KO/OK Architektur studierte Fabian Onneken an der Bauhaus-Universität Weimar und an der Oslo School of Architecture and Design. Jan Keinath studierte ebenfalls an der Bauhaus-Universität Weimer.







1. Der Titel unserer Interviewreihe heißt „Upcoming Architects Facing New Conditions”.

Worin sehen Sie eine Möglichkeit, den Überkonsum von Ressourcen im Baugewerbe zu bekämpfen?

 

Das Wichtigste ist zunächst die Abkehr von einer scheinheiligen Nachhaltigkeitsdebatte. Bislang spielte es in der Baubranche kaum eine Rolle, woher man die Materialien bezieht, wie recycelbar sie sind oder was für eine graue Energie drinsteckt. Solange Nachhaltigkeit im Bauen nicht gesamtheitlich gedacht wird, gibt es für die Baubranche oft keinen Anreiz, andere Lösungen zu finden. Bei uns steht immer auch der Lebenszyklus der Gebäude im Fokus. Je länger ein Gebäude steht und je besser ich es reparieren, austauschen und überarbeiten kann, desto besser wird die Gesamtbilanz. Die Architektur an sich muss also nachhaltig sein, die Materialwahl natürlich auch. Aber wie alles miteinander verbunden ist, wie es konstruiert ist, muss ebenfalls bedacht sein. Ein weiterer wichtiger Nachhaltigkeitsaspekt ist die Region: Wir versuchen mit unserem Büro konsequent regional zu arbeiten, um vor allem das Handwerk zu stärken. Wir sind darauf angewiesen, denn ohne kompetentes Handwerk ist unsere Architektur nichts.



„Auch wenn das wahrscheinlich die meisten Architekt*innen noch nicht wahrhaben wollen: Wir sind im Entwurfs- und Planungsbereich längst bei einer digitalen Gebäudemodellierung angekommen. Die Frage ist hierbei: Setzt du deine Werkzeuge sinnvoll ein oder verlierst du dich darin? Wenn man davon ausgeht, dass der Einsatz an richtiger Stelle stattfindet und die Kommunikation mit anderen dadurch erleichtert wird, dann schafft das neue Freiheiten und Möglichkeiten.“



2. Was sind die Materialien, die Sie besonders bevorzugen und was sind für Sie die Materialien der Zukunft?

Pauschal kann man das nicht beantworten, die Materialwahl ergibt sich meistens aus dem Kontext. Aber sicherlich haben wir, rückblickend auf die bisherigen Projekte, einen starken Fokus auf dem Thema Holz. Grundsätzlich versuchen wir mit Materialien zu arbeiten, die eine interessante Haptik und Oberfläche haben und ein Gebäude in Würde altern lassen. Wir denken Räume nicht losgelöst vom Material, sondern befassen uns damit wie ein Material aussieht, wenn eine Macke drin ist oder wenn die Sonne fünf Jahre drauf scheint. Schnell kommt man da zum Holz, weil es sowohl im Innenraum als auch für die äußere Gestalt von Gebäuden immense Potenziale hat.

Unser Ziel ist es, einfach zu bauen und bei jedem Projekt zu versuchen, ein Gebäude zu schaffen, an das man im Idealfall in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr „ran muss“; was unter anderem auch impliziert, möglichst wenig wartungsrelevante Technik einzubauen.



Finden Sie hier das gesamte Interview zum Nachlesen:

Spannende Referenzprojekte:




Name des Projektes: Das Waldhorn

Ort: Kirchheim unter Teck

Bautypologie: Gasthaus und Hotel

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

Jahr der Entstehung: 2018








Name des Projektes: Kegelbahn Wülknitz

Ort: Wülknitz

Bautypologie: Sportgebäude mit Kegelbahn

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

Jahr der Entstehung: 2019








Name des Projektes: Lückenschluss

Ort: Leipzig-Connewitz

Bautypologie: Mehrfamilienwohnhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

Jahr der Entstehung: 2020