Aretz Dürr
Aretz Dürr

Upcoming Architects Facing New Conditions

Interview mit Aretz Dürr Architektur
Sven Aretz & Jakob Dürr

Über Sven Aretz & Jakob Dürr

Sven Aretz studierte an der RWTH Aachen Architektur - 2016 erhielt er seinen M.Sc. Abschluss in Architektur mit Auszeichnung. In Stuttgart, Krefeld sowie Köln arbeitete er in Architekturbüros, Schreinereien und im Metallbau. Seit 2016 ist Sven Aretz wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Baukonstruktion an der RWTH Aachen sowie als freier Architekt tätig. 2020 wurde er in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen. 
Jakob Dürr studierte an der RWTH Aachen und ENSAPVS Paris Architektur. 2008 erhielt er seinen Diplom-Abschluss an der RWTH Aachen. Er arbeitete sowohl in Stuttgart und Köln als auch in Paris in Architekturbüros. 2011 gründete er das Architekturbüro Jakob Dürr Architekten. Von 2016  bis 2018 war Jakob Dürr als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Baukonstruktion an RWTH Aachen tätig. Seit 2018 ist er dort Lehrbeauftragter am Lehrstuhl Baukonstruktion. Die Berufung in den Bund Deutscher Architekten (BDA) erfolgte 2020.
Das Architekturbüro Aretz Dürr Architektur wurde 2019 von Sven Aretz und Jakob Dürr in Köln gegründet. 

1. Stephan Truby spricht vom „Einigeln in Architekturkonservatismus“, den er derzeitig in Deutschland wahrnimmt. Das birgt für ihn auch die ästhetische Regression in Richtung des Vertrauten und der Rekonstruktion. Wie sehen Sie das?

Wir halten es eher damit, etwas Neues zu entwickeln, das dann die Chance hat, auch irgendwann Tradition und Geschichte zu sein. Dass Altes durch Neues ersetzt wird, ist im Grunde ein fortwährendes Thema, das es in der Geschichte immer schon gegeben hat. Dennoch ist Rekonstruktion, bei der man mit dem Grad der Rekonstruktion frei arbeiten kann, eine spannende Aufgabe. Wenn der Städtebau heute genauso angemessen ist wie damals, kann man den Ort wiederherstellen. Ihm aber dann eins zu eins das alte Gesicht aufzusetzen, finden wir befremdlich. Zum Thema Stadtentwicklung gibt es in Tübingen übrigens ein spannendes Beispiel: Der alte Baudezernent sagte damals, als es darum ging, die Konversionsfläche der französischen Truppen zu entwickeln: „Wir machen jetzt Spielregeln. Wir teilen diese Fläche in Blocks von fünfzig mal fünfzig Meter ein und schaffen damit heterogene Eigentumsverhältnisse.“ Pro Block sollten es mindestens sechs Eigentümer sein. Die Politik schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen. Und tatsächlich kamen dann 32 private Bauwillige; brachten einen ordentlichen Haufen Geld zusammen, kauften einen Block und entwickelten ihn. Und so ist es dann immer weitergegangen. Natürlich ist das nicht das Allheilmittel, aber es ist sinnvoll, den Menschen eine Möglichkeit einzuräumen, sich an der Stadtentwicklung zu beteiligen und so einen Anteils­ pluralismus innerhalb einer Stadt aufzubauen. 


„Wir halten es eher damit, etwas Neues zu entwickeln, das dann die Chance hat, auch irgendwann Tradition und Geschichte zu sein. Dass Altes durch Neues ersetzt wird, ist im Grunde ein fortwährendes Thema, das es in der Geschichte immer schon gegeben hat. Dennoch ist Rekonstruktion, bei der man mit dem Grad der Rekonstruktion frei arbeiten kann, eine spannende Aufgabe. Wenn der Städtebau heute genauso angemessen ist wie damals, kann man den Ort wiederherstellen. Ihm aber dann eins zu eins das alte Gesicht aufzusetzen, finden wir befremdlich.“

2.  Auf Ihrer Website erwähnen Sie, dass Ihnen ein reduzierter Materialeinsatz, einfache Konstruktionsweisen und wohlüberlegte Fügesprinzipien wichtig sind. Unterscheidet Sie diese Haltung von Ihren Kolleg*innen?

Ja, im Vergleich zu vielen Kolleg*innen ist das eine konstruktiv differenzierte Betrachtung. Darin steckt auch das Hinterfragen der baulichen Standards und gleichzeitig das Suchen nach einer Angemessenheit, die für uns ein Weg in Richtung Nachhaltigkeit bedeutet. Explizit drückt sich das imersten Schritt durch einen reduzierten Materialeinsatzaus. Wir versuchen grundsätzlich so wenig Material wie möglich in ein Gebäude einzubringen. Im zweiten Schritt betrachten wir, welche Potenziale die einzelnen Materialien und Bauteile haben und wie wir diese zueinem sinnigen Ganzen zusammenführen können.

 

Finden Sie hier das gesamte Interview zum Nachlesen:

Spannende Referenzprojekte:




Projekt: Wohnhaus

Ort: Biberbach, Deutschland

Bautypologie: Wohnhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

 

Foto: Luca Claussen

Projekt: Gartenhaus

Ort: Oostkapelle

Bautypologie: Gartenhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

 

Foto: Sophie Schulten

Projekt: Wohnhaus

Ort: Oberberg, Deutschland

Bautypologie: Wohnhaus

Neubau oder Revitalisierung: Neubau

 

Foto: Luca Claussen